Immobilienwirtschaft 3/2024

51 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 management eine wichtige Rolle. Anhand der Auswertung von Verbrauchsmengen und Nutzungsverhalten können die erforderlichen Mengen der Energieerzeugung und -verwendung passgenau vorausgesagt werden. Noch wesentlicher ist die Frage des Energieträgers der Zukunft, sei es beispielsweise grünes Gas, Wasserstoff, Geothermie oder Wärmepumpen-Technik. Hier ist eine objekt- oder gegebenenfalls quartierbezogene Entscheidung aktuell noch schwierig, da die kommunalen Planungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in allen Kommunen erst bis spätestens Mitte 2028 vorliegen müssen. Bis dahin ist nicht geklärt, ob und welche Netze für eine klimaneutrale Versorgung genutzt oder gebaut werden sollen. Je nachdem, wie die Planungen vor Ort aussehen, kann die Wahl des wirtschaftlich effizientesten Energieträgers für jedes Objekt variieren. KLIMAMANAGEMENT Wer den CO2-Abdruck einer Immobilie verbessern will, der richtet den Blick nicht nur auf das Klimamanagement der Immobilie, sondern auch auf das Umfeld. Stichworte sind hier die Schaffung von mehr vertikalem Grün an Fassaden und auf Dächern. In Quartieren wird der Fokus auch immer stärker auf das „Schwammstadt-Prinzip“ rücken. Dieses Konzept hat zum Ziel, möglichst viel anfallendes Regen- beziehungsweise Oberflächenwasser vor Ort aufzunehmen und zu speichern, anstatt es lediglich zu kanalisieren und abzuleiten. Dadurch wird das Stadtklima verbessert und die Resilienz des gesamten Ökosystems gefördert. Bei diesem Wassermanagement hält auch die Digitalisierung Einzug. So gibt es beispielsweise für Zisternen, Drainagen oder Gründächer eine digitale Steuerung für den Umgang mit dem Regenwasser unter Berücksichtigung der Wettervorhersage. Bei der Konzeption von Immobilien in Innenstadtlagen wird zudem eine ressourcenschonende Kühlung der Gebäude bedeutsamer werden, beispielsweise durch den Einsatz der Wärmepumpen-Technik. KREISLAUFWIRTSCHAFT Auf das Baugewerbe entfallen europaweit über 35 Prozent des gesamten Abfallaufkommens. Wer in den Neubau oder die Sanierung einer Immobilie investiert, wird verstärkt auf die eingesetzten Materialien und ihre CO2-Bilanz achten müssen. Dabei spielt eine durchgängige Kreislaufwirtschaft von Materialien (Cradle to Cradle) eine immer größere Rolle. Der Wiederverwendungsansatz von Baustoffen als „Urban Mining“ wird in Deutschland – hier sind 15 bis 18 Milliarden Tonnen Material in Gebäuden gebunden – von ersten Kommunen, wie zum Beispiel Heidelberg, gezielt vorangetrieben. DIGITALISIERUNG Mit großem Tempo schreitet die Digitalisierung von Immobilien über den gesamten Lebenszyklus voran. Hinter dem „Building Information Modeling“ (BIM) steckt ein Prozess zum Erstellen und Verwalten von Informationen für ein Bauobjekt mit ganzheitlichem Ansatz. BIM erfasst multidisziplinär aktuelle und historische Daten einer Immobilie beziehungsweise eines geplanten Objektes, um ein Gebäude vom ersten Tag an zu überwachen, zu steuern und zu optimieren. 3 3 KREISLAUFWIRTSCHAFT Letzte Ausfahrt Abriss? Kreislauffähiges Ressourcenmanagement muss auch beim Rückbau von Immobilien zum Standard werden 4 ENERGIE UND WÄ RME Ein Heizungstausch steht für die meisten Bestandsimmobilien an – Wärmepumpen gewinnen hier an Beliebtheit 4

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