Immobilienwirtschaft 3/2024

50 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 Schwerpunkt Manage to Green ENERGETISCHE BESTANDS- AUFNAHME DER BIG FIVE Der erste große Schritt ist eine energetische Bestandsaufnahme der Immobilie. Sie bewertet die Energieeffizienz eines Gebäudes anhand des Zustands der Big Five: Außenwände, Keller, Dach, Türen und Fenster. Untersucht wird die Hülle des Bauwerks samt Haustechnik und die typische Nutzung, etwa das Lüftungsverhalten und Nutzungszeiten des Objektes. Ziel ist es, die Schwachstellen und Einsparmöglichkeiten zu finden, die die Energiekosten und den ökologischen Fußabdruck reduzieren. Die möglichen Maßnahmen ziehen meist hohe Investitionskosten nach sich. Mit Blick auf die große Anzahl der Gebäude, die für das Erreichen der Klimaziele fit gemacht werden müssen, stehen die Möglichkeiten einer industriellen – das heißt seriellen – Sanierung immer mehr im Fokus. In Deutschland ist es beispielsweise die Energiesprong-Initiative der Deutschen Energieagentur (dena), die das aus den Niederlanden stammende Sanierungskonzept mit einem hohen Anteil an Vorfertigungsprozessen vorantreibt. DIGITALE MODERNISIERUNG Neben der baulichen Sanierung spielt die digitale Modernisierung eine entscheidende Rolle. Sie zielt darauf ab, Häuser mithilfe von smarten Technologien – oft mit wenig Aufwand – energieeffizienter zu gestalten. Typische Maßnahmen sind Systeme zur Analyse und automatischen Echtzeit-Steuerung des Energieverbrauchs. Vor allem beim Heizungsbetrieb lässt sich so der Energieverbrauch deutlich reduzieren. Hinzu kommt, dass für viele Bereiche auch die vorausschauende Wartung („Predictive Maintenance“), teilweise unter Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI), eine stark steigende Bedeutung bekommt. Sie hat das Ziel, Ausfall- und Reparaturzeiten ressourcenschonend durch rechtzeitige Bereitstellung von Ersatzteilen und Planung von Servicetechnikern zu reduzieren. ENERGIE- UND WÄRMEVERSORGUNG Ein zentraler Aspekt für die ressourcenschonende Immobilie der Zukunft ist die Frage der Energie- und Wärmeversorgung. Daten, in welchen Mengen über Photovoltaik-Anlagen eine Immobilie selbst Energie „produzieren“ kann und wie bei vermieteten Objekten Mieterstrom-Projekte realisiert werden können, rücken dabei immer mehr in den Fokus. Speziell in Deutschland werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung von selbst produziertem Strom aktuell angepasst. Bei der Strom-Frage spielt das LastenDie nachhaltige Transformation des Immobiliensektors in Deutschland ist mit Blick auf Nachhaltigkeitszertifikate und Klimastrategien eine Mammutaufgabe. Einige der WESENTLICHEN HANDLUNGSASPEKTE in Bezug auf Gebäude sind: KLIMAPFAD: WORAUF ES BEI IMMOBILIEN ANKOMMT 1 KLIMAMANAGEMENT Fassaden- begrünungen können eine Maßnahme für eine positive Klimabilanz sein 2 PV-ANLAGEN auf dem Dach zählen gefühlt schon zum Standard, doch die bürokratischen Hürden für die „Selbstversorgung“ sind noch nicht abgebaut 1 2

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