beansprucht habe. Er wolle unabhängiger werden, öfter nach Mallorca fahren, sein Golfspiel verbessern. Das sei der einzige Sport, den er zusammen mit seiner Frau ausüben könne. Das war‘s? Ja! (Aus gut unterrichteten Kreisen sickerte allerdings durch, dass er nebenbei noch die deutsche Immobilienwirtschaft in Europa nach vorne bringen will.) Die Bundesregierung in Gestalt von Klara Geywitz, Marco Buschmann und Sören Bartol mache übrigens an sich einen guten Job in der Wohnungspolitik. Die Probleme lägen eher in den föderalistischen Strukturen, deren großer Anhänger er eigentlich sei. „Nur ab und zu funktionieren die nicht. Besonders in Krisen.“ Mattner sagt, er sei stolz darauf, Generalist zu sein. Er hat tatsächlich viel gemacht im Leben. Davon sicher auch einiges, was nicht so in die Tiefe geht. Wie Gitarre spielen. Aber die Immobilienwirtschaft vereinen (um das Beispiel zu nennen), kann sicher keiner, der nur an der Oberfläche kratzt. Auf seine designierte Nachfolgerin Iris Schöberl freut er sich. Sie könne Menschen begeistern und mitnehmen. Später bringt er mich zum S-Bahnhof. Er freut sich auf den folgenden Sonntag: Da gehe die ganze Familie zum FC St. Pauli, um den Aufstieg in die Erste Bundesliga zu feiern. St. Pauli hat es tatsächlich geschafft. Mattner einst auch. Jetzt geht er, freiwillig. Er ist lange oben geblieben, hinterlässt tiefe Spuren. Und St. Pauli? Freiwillig gehen werden die schon mal nicht ... ALS ANDREAS MATTNER SICH ERKANNTE Es war die Feier seines 50. Geburtstags. Der damalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hielt die Laudatio. Er sprach von Netzwerkern. Andreas Mattner sei selbst in vielen Netzwerken. Hamburg Freezers, Wirtschaftsrat, Lebendige Stadt, ECE und einigen mehr. Das Besondere aber sei: Er verbinde Netzwerke miteinander. Andreas Mattner, Netzwerkverbinder. „Das war ein großes Kompliment. Da habe ich mich erkannt.“ Mattner will, dass die Immobilienwirtschaft mit einer Stimme spricht. Auch mit den vereinzelten Verbänden, die nicht im ZIA sind, sucht er über die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland BID gemeinsame Positionen. Dass der GdW und Haus & Grund den Verhandlungen beim Bündnis für bezahlbares Wohnen ferngeblieben sind, hält er für einen fatalen Fehler. Er sagt das, und es klingt, als spreche er eine objektive Wahrheit aus. Dass man nicht miteinander redet, ist für ihn völlig undenkbar. Im Mai 2023 ist er aus der ECE ausgeschieden. Er verbleibt in der Firmenstiftung und im Vorsitz des ESG-Boards. Im Juni 2024, auf dem Tag der Immobilienwirtschaft, hat sich Andreas Mattner nicht mehr zur Wahl zum ZIA-Präsidenten gestellt. Er wollte eigentlich schon vorher gehen. Doch dann kam Corona. Jetzt aber sei ein guter Zeitpunkt, auszusteigen. Sein Ziel? Die Fünftagewoche! Die sei grundsätzlich auch möglich, da der ZIA viel seiner Zeit 2 DRAUSSEN VOR DER TÜR Dass die grün ist, passt in das Bild eines Menschen, dem das Thema wichtig ist 3 SCHWARZ UND WEISS Mattner weiß, dass die Lösung nie in Extrempositionen liegt VIELLEICHT HAT ER EIN BESONDERES KARMA. SEINE TOCHTER SAGTE MAL ZU IHM: „WENN DU WAS WIRST, WIRST DU NICHT IRGENDWAS, SONDERN IMMER PRÄSIDENT.“ 35 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 2 3
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