Immobilienwirtschaft 3/2024

Der Kontakt mit Zeitungen begann früh. Er gewann einen Malwettbewerb mit zehn. In seiner Schulzeit schrieb er für die „Ruhr Nachrichten“, hatte das Alleinvertretungsrecht für vier Orte. Schreiben zu können erwies sich als eine wichtige Kompetenz, etwa für seine Politikkarriere als stellvertretender Bezirksvorsitzender der Jungen Union im Münsterland. AUTODIDAKT OHNE BERÜHRUNGSÄNGSTE Vieles hat er autodidaktisch gelernt. Er erzählt von seinen Großeltern, bei denen er die ersten sechs Jahre lebte, die eine einfachere Sprache pflegten. Er wollte mehr wissen. Auch gut 30 Jahre später, bei der ECE, hat er sich Projektentwicklung weitgehend selbstständig angeeignet. Er dachte oft breit, konnte komplizierte Sachverhalte verstehen. Mattner hat in Münster Jura studiert. Promoviert. Das Referendariat abgeleistet. Und jetzt? Er hatte Lust, Kommunalbeamter zu werden, Bebauungspläne mitzugestalten. Um seinen Marktwert zu testen, schickte er eine Blindbewerbung an den Staatssekretär im Bundesbauministerium, den CDULandesvorsitzenden in Hamburg, Jürgen Echternach. Der stellte ihn ein als persönlicher Referent, aber Mattner musste nach Hamburg umziehen. Es gibt Schlechteres im Leben. Das fand auch seine Frau. Wie wird man aber nun selber zum Abgeordneten? Da war die Liebe zur Politik. Dass er damals „ES QUUNT EXCEAQUI SIMET HIL ESTIA VELLIGERT NIENT AUT PELLABODIPIT QUODIST ES ABO. NEMQUOS DE SIM VOLLOREHEN DO LAM, VIT RESSMAGNAT AS EST EUMQUAM, UT LA PELIGEN“ Name Nachname, Bezeichnung bei Opel am Fließband arbeitete, hatte auch mit dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm zu tun, der das einmal selbst getan hatte. Mattners politische Heimat? CDU, durchaus. Aber eher links, Mitglied der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft CDA. Seine Promotion ging über das Sonn- und Feiertagsrecht, er war deshalb beliebt bei den Gewerkschaften, die ihn zum Einigungsstellenchef machen wollten. Er lehnte zwar ab. Berührungsängste zu anderen Parteien sollte er aber später in seiner Zeit bei der Hamburger Bürgerschaft nicht haben. Freundschaften gab es damals vor allem mit Mitgliedern anderer Fraktionen. Mattner konnte eine Verfassungsparlamentsreform mitentwerfen. Eigentlich entwarf er sie, firmierte aber als Co-Autor. Seine intelligente Zurückhaltung öffnete ihm Türen. Der ehemalige Parlamentspräsident Martin Willich förderte ihn. Er wurde wohnungspolitischer Sprecher. Und einige Male ins Parlament gewählt. Irgendwann ging er wieder. Er wusste: Ganz nach oben würde er es in der Fraktion nicht schaffen. PERMANENT NEUGIERIG, TROTZDEM TREU Bei der Einweihung eines Einkaufscenters begegnete er Repräsentanten der ECE, man lud ihn ein, Mattner überzeugte, und eine 30-jährige Zeit begann, davon viele Jahre als Hauptgeschäftsführer des Konzerns. Der prägte ihn – und umgekehrt. Er wird nicht müde, über sein gutes Verhältnis zum damaligen ECE-Chef Heinrich Kraft zu sprechen, über Werner Otto, seine Frau und Sohn Alexander. Über deren Visionen zu Diversität und Nachhaltigkeit, als beides noch nicht in aller Munde war, über ihr gesellschaftliches Engagement. Aber sosehr Mattner verwoben war mit der ECE, so sehr war er damals schon anderweitig aktiv. In diversen Aufsichtsräten, dem Wirtschaftsrat der CDU. Und wenn er die rhetorische Frage stellt, wie er sich denn sonst Abwechslung hätte holen sollen, muss man fast an einen Ehemann denken, der sich austobt, um doch immer wieder zu seiner Liebsten zurückzukehren. Bei allem ging es ihm auch um Weiterbildung. Mattner wollte immer dazulernen. Wichtig war für ihn die Stiftung „Lebendige Stadt“, die den Umgang mit Licht zu einem Schwerpunkt machte. Sie illuminierte die Speicherstadt in Hamburg, viele Städte in Ost und West und bis heute den Berliner Reichstag. Neu war die Art: von unten nach oben. Und schon wieder ein möglicher PortraitTitel, der sich nicht durchsetzte. Eckhard John von Freyend lockte ihn 2009 als Präsident zum Zentralen Immobilien Ausschuss ZIA. Nach einigem Überlegen, wie er betont, sagte er zu. Das Verdienst, das man Mattner zusprechen muss, ist, dass unter seiner Ägide aus einer zersplitterten Branche ein fast Ganzes geworden ist und dass er sogar die Schnittstellen, etwa zu den Kommunen, besetzt hat. Heute sind 33 Verbände im ZIA. Was ist das Erfolgsgeheimnis? „Ich habe ihn immer wie ein Unternehmen geführt, sachorientiert, logisch. In der Politik werden oft Entscheidungen getroffen, über die Unternehmen den Kopf schütteln. Aber Unternehmer müssen auch nicht wiedergewählt werden.“ 1 BLICKE AUS DEM FENSTER Theoretisch wird er dazu künftig mehr Zeit haben. Doch wird er die dafür nutzen? Menschen & Märkte Portrait 1

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