Immobilienwirtschaft 3/2024

14 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 Menschen & Märkte Wohnungswirtschaft 1 EErst wenige Wochen war Hessens Wohnungsbauminister Kaweh Mansoori im Amt, als er im März dieses Jahres eine spektakuläre Gesetzesinitiative ankündigte: Spekulativer Leerstand solle verboten werden. „Ich gehe davon aus, dass in einer Stadt wie Frankfurt mehrere tausend Wohnungen, möglicherweise sogar im fünfstelligen Bereich, mobilisiert werden könnten, die aus spekulativen Gründen leer stehen“, sagte der sozialdemokratische Politiker der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Frankfurt am Main ist kein Einzelfall. Ob in München oder Hamburg, in Ulm oder Freiburg, in Berlin oder Tübingen – in vielen deutschen Städten ist der Umgang mit dauerhaft leerstehenden Wohnhäusern ein politisches Dauerthema. Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um Immobilien in strukturschwachen Gegenden mit hohem Leerstand, deren Eigentümerinnen und Eigentümer schlicht keine Mieter finden und mangels Mieteinnahmen finanziell nicht in der Lage sind, ihre Objekte zu unterhalten. Nein, es geht um Wohnhäuser in guten Lagen, die sofort vermietet wären, wenn die darin enthaltenen Wohnungen dem Markt zur Verfügung stünden – und die selbst in der jetzigen Marktphase auch schnell einen neuen Investor finden würden, wenn der Eigentümer zum Verkauf bereit wäre. GENAUE ZAHLEN ZU „GEISTERHÄUSERN“ FEHLEN Warum es trotz Wohnungsknappheit solche „Geisterhäuser“ gibt, ist schwer zu erklären. „In vielen Fällen sind überforderte Eigentümer nicht in der Lage oder willens, die Wohnungen dem regulären Wohnungsmarkt durch Vermietung oder Verkauf zuzufühDER UNHEIMLICHE LEERSTAND In allen deutschen Großstädten gibt es sie: Wohn- häuser, die trotz guter Lage und angespanntem Wohnungsmarkt JAHRELANG LEER stehen und verwahrlosen. Mit unterschiedlichen Mitteln versuchen die Kommunen, die Eigentümer dazu zu bewegen, diese Immobilien wieder einer Wohnnutzung zuzuführen – oft ohne Erfolg. TEXT Christian Hunziker 1 TROTZ GUTER LAGE In vielen deutschen Städten ist der Umgang mit dauerhaft leerstehenden Wohnhäusern ein politisches Dauerthema

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