113 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 schiedlicher Weise im Wohnungsbau genutzt: von der seriellen Fassadensanierung über dreigeschossige Dachaufstockungen bis hin zu mehrgeschossigem Wohnungsneubau in Holzhybrid-Bauweise. „Es handelt sich um eine der flexibelsten und leistungsstärksten Produktionsanlagen Europas. Wir können dank des neuen automatisierten Verfahrens mit sehr effizientem Ressourceneinsatz über diese Anlage hochtragfähige Wandelemente erzeugen. So können innerhalb kürzester Zeit Gebäude mit bis zu acht Geschossen realisiert werden“, erklärt Michael Schäpers, Leitung Forschung und Entwicklung bei B&O Bau, die Anlage. Für Schäpers basiert die Strategie des Herstellers auf einem Dreiklang: digitale Planung mit BIM, ein nachhaltiges Produkt und innovative Technologie. Die Anlage in Frankfurt/Oder könnte theoretisch rund um die Uhr laufen, jedoch wird sie aktuell in nur einer Schicht betrieben. Sie bietet die Möglichkeit, sowohl Elemente für den Neubau als auch für die serielle Sanierung herzustellen. Das Verhältnis liegt laut Schäpers aktuell bei 70 Prozent für den Neubau und 30 Prozent für die Sanierung. Die Auslastung basiert auf der Auftragslage, denn grundsätzlich hat die Sparte der Sanierung für das Unternehmen eine große Bedeutung: „Fast ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland entstehen durch die Bau- und Gebäudewirtschaft. Neben nachhaltigem Neubau ist auch eine energetische Sanierung des Gebäudebestands unerlässlich. Wir sehen in der seriellen Sanierung großes Potenzial. Bestandsgebäude können heute nach der seriellen Sanierung Net-ZeroStandard im Betrieb erreichen“, sagt Dr. Friederike Münn, Prokuristin B&O Bau. SERIELLE SANIERUNG – DAS MACHT SIE AUS UND SO WIRD SIE GEFÖRDERT Was macht die serielle Sanierung aus? Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) liefert auf seiner Website folgende Definition: „Serielles Sanieren bedeutet demnach die energetische Sanierung von bestehenden Gebäuden unter Verwendung abseits der Baustelle vorgefertigter Fassaden- beziehungsweise Dachelemente einschließlich damit verbundener Anlagentechnik (zum Beispiel Wärmepumpenmodule) sowie deren Montage an bestehende Gebäude. Die abseits der Baustelle vorgefertigten Elemente weisen dabei einen so hohen Vorfertigungsgrad auf, dass sich im Vergleich zur herkömmlichen Sanierung der zeitliche Aufwand vor Ort deutlich reduziert.“ Das KfW-Merkblatt für die Förderung der seriellen Sanierung geht sogar noch weiter und gibt vor, dass mindestens 80 Prozent der Fassadenfläche des Bestandsgebäudes mit vorgefertigten Elementen saniert werden müssen, damit das Projekt als serielle Sanierung gilt und sich damit für die Förderung qualifizieren kann. Des Weiteren müssen die werkseitig vorgefertigten Elemente mindestens raumhoch sein und in Größe und Form unverändert angebracht werden können. Auch muss mindestens der Fensterrahmen, besser noch das ganze Fenster, werkssei1 HOCHAUTOMATISIERT sind die Prozesse im Werk von B&O, was die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden verbessert 2 AUS DEM STIELE- MAGAZIN wird das passende Holz für die Produktion ausgewählt und dann weiterverarbeitet 3 KAPAZITÄTEN hat das Werk nach Aussage von B&O für 2.000 Wohnungen im Jahr, die hier entstehen könnten 3
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