104 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 Investment & Finanzierung Logistikimmobilien April auf 42,9 Punkte. Im Januar hatte der ZEW-Index noch bei nur 15,2 Zählern gelegen. „Es zeigen sich Silberstreifen am eingetrübten Konjunkturhimmel“, sagt Linsin. Auch Speditionen und fertigende Unternehmen sichern sich wieder mehr Flächen für die Lagerung und Verteilung von Vorprodukten und Endwaren. Insgesamt 1,13 Millionen Quadratmeter an Logistikarealen wurden im ersten Quartal dieses Jahres angemietet oder von Eigennutzern bezogen. „Damit ist der Flächenumsatz um zehn Prozent gegenüber den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres gestiegen“, erläutert Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE. Am stärksten begehrt waren Flächen von 20.000 bis 50.000 Quadratmetern. „Hier legte der Flächenumsatz um 27 Prozent auf 387.000 Quadratmeter zu“, so Koepke. Das Segment von 50.000 bis 100.000 Quadratmetern sei um fast 14 Prozent auf 303.000 Quadratmeter gewachsen. „Dies zeigt, dass Unternehmen strategische Standortentscheidungen, die zu signifikanten Großabschlüssen führen, unabhängig von der aktuellen Konjunkturlage treffen“, ist Koepke überzeugt. VON EINER NISCHE ZU EINER BEGEHRTEN ASSETKLASSE Investoren sehen den Bedarf an Logistikflächen nicht nur kurz-, sondern auch langfristig steigen – sowohl bei den großen Lagerhallen und Verteilerzentren entlang der Verkehrsachsen als auch bei kleineren Distributionseinrichtungen in den Zentren der Großstädte für die Anlieferung auf der letzten Meile zu Geschäften und Kunden. „Logistikimmobilien haben sich von einer Nische zu einer bei Investoren begehrten Assetklasse entwickelt“, sagt Martin Leinemann, Vorstand der Immobiliengesellschaft Arbireo Capital, die europaweit in Liegenschaften aus diesem Sektor investiert. „Getrieben wird der Boom durch den Aufstieg des Online-Handels, die Just-in-time-Produktion und die Rückbesinnung auf die Notwendigkeit nationaler Lagerkapazitäten.“ LIP Invest, ein Münchner Anbieter von Logistikimmobilien-Spezialfonds für institutionelle Investoren mit verwalteten Objekten im Gesamtwert von 1,8 Milliarden Euro, hat im März seinen fünften Deutschland-Fonds mit einem Zielvolumen von 350 Millionen Euro lanciert. „Nach den Preiskorrekturen der vergangenen 15 Monate und der Zurückhaltung vieler Investoren aufgrund der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Prognosen stehen Logistikimmobilien jetzt wieder ganz oben auf den Einkaufszetteln vieler institutioneller Anleger“, sagt Bodo Hollung, Gesellschafter und Geschäftsführer von LIP Invest. Der Drang in die Logistikimmobilien ist so stark, dass Investoren inzwischen bereit sind, für diese Objekte Preise zu akzeptieren, die ihnen nur noch eine beinahe vergleichbare Rendite aus den Mieterträgen bieten wie Büroobjekte. „Zu Jahresbeginn bewegten sich die Spitzenrenditen bei Logistikimmobilien in der Spanne zwischen 4,4 und 4,45 Prozent“, so Diana Schumann, Co-Head of Industrial & Logistics Investment beim Immobiliendienstleister JLL. Die Spitzenrenditen der Büroimmobilien notierten zeitgleich bei 4,29 Prozent. ONLINE-HANDEL ALS FAKTOR „Es besteht eine realistische Möglichkeit, dass die Spitzenrenditen der Logistikobjekte im Laufe des Jahres unter die von Büros fallen werden“, sagt Dominic Thoma, Co-Head of Industrial & Logistics Investment bei JLL. „Wir rechnen damit, dass der Logistiksektor weiteres Kapital von Investoren anziehen wird, da die Assetklasse von großen Unsicherheiten wie Mietendeckel oder Homeoffice verschont bleibt.“ Zudem dürften auch Near-Shoring und Near-Sto1 BAUSTELLE Bis zu 170.000 Quadratmeter Logistikflächen will Alcaro in Frankfurt an der Oder entwickeln. Ein erster Teil des Mega-Projekts steht bereits
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==