103 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2024 Investment & Finanzierung Logistikimmobilien um nur 40 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro gesunken. „Erstmalig ist damit mit 26 Prozent der höchste Anteil des gesamten gewerblichen Investmentumsatzes auf Logistikobjekte entfallen“, sagt Marcus Zorn, CEO von BNP Paribas Real Estate Deutschland. „Auch im schwierigen Zinsumfeld bleiben Logistikimmobilien aus Sicht der Investoren attraktiv und können ihren langfristigen Bedeutungszuwachs bestätigen.“ Zu Jahresbeginn hat die Nachfrage der Investoren deutlich an Schwung gewonnen. „Der deutsche Logistikimmobilienmarkt erreichte im ersten Quartal ein Transaktionsvolumen von 1,48 Milliarden Euro“, erklärt Jan Linsin, Head of Research bei der Immobilienberatungsgesellschaft CBRE. „Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 42 Prozent.“ Investoren setzen darauf, dass die Konjunktur bald wieder anziehen und die Nachfrage nach Lagerhallen und Distributionszentren dadurch deutlich zunehmen wird. Erste Anzeichen dafür gibt es. So hat der Geschäftsklimaindex des Münchner ifo Instituts im März wieder zugelegt. Die Stimmung der Unternehmen im Dienstleistungssektor, und damit auch im Bereich Transport/Logistik, stieg von minus vier Zählern im Februar und gar minus 4,8 Punkten im Januar auf positive 0,3 Zähler. Zudem stieg das Konjunkturbarometer des ZEW Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim im ungebrochen ist. „Im Vergleich mit anderen Assetklassen ist Logistik immer noch Investor’s Darling“, meint Bergmann. Die von der EZB zur Bekämpfung der Inflation seit Juli 2022 von null Prozent auf aktuell 4,5 Prozent angehobenen Leitzinsen haben die Finanzierung von Immobilieninvestments massiv verteuert und gleichzeitig die Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen signifikant angehoben. Als Folge haben zahlreiche institutionelle Kapitalanleger den Immobilienmärkten den Rücken gekehrt. Lediglich 23,3 Milliarden Euro wurden nach Berechnungen des Immobiliendienstleisters BNP Paribas Real Estate im vergangenen Jahr in Deutschland noch in Gewerbeimmobilien investiert – ein Minus von 57 Prozent gegenüber 2022. NACHFRAGE NACH FLÄCHEN Am stärksten hielten sich Investoren bei Bürotürmen zurück, aus Sorge vor wachsenden Leerstandsraten und einem steigenden Vermietungsrisiko. Denn immer mehr Unternehmen lassen ihre Beschäftigten mehrere Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten und benötigen daher weniger Flächen. Lediglich knapp sechs Milliarden Euro wurden deshalb 2023 noch in Büroobjekte investiert – ein Einbruch von 73 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Hingegen ist das Investmentvolumen am Logistikimmobilienmarkt 2023 unterdurchschnittlich 1 PVANLAGEN Flachdächer von Logistikimmo- bilien bieten viel Potenzial für die Installation und den Verkauf von Solarstrom für Lagerung und Umschlag von Lithium-Ionen-Batterien geeignet ist. „Erste Flächenanfragen von potenziellen Mietern aus den Bereichen Elektromobilität und Solarenergie liegen bereits vor“, erklärt Alcaro-Projektleiter Peter Bergmann. Die erste Halle mit 47.500 Quadratmeter Nutzfläche wurde 2022 fertiggestellt und an die EV Cargo Unternehmensgruppe vermietet. „Für eine dritte Halle wird der Bauantrag gerade vorbereitet“, so Bergmann. Das Vorhaben des deutschlandweit agierenden Investors, Projektentwicklers, Asset Managers und Bestandshalters auf dem 40 Hektar messenden Industriegebiet nahe der von Paris bis Warschau führenden Autobahn A 12 zeigt beispielhaft, dass die Nachfrage von Nutzern und Investoren nach Logistikimmobilien 1 „AKTUELL SIND JEDOCH WENIGER ALS ZEHN PROZENT DER DÄCHER MIT PHOTOVOLTAIK-MODULEN AUSGESTATTET.“ Moritz Wickert, Geschäftsführer Garbe Renewable Energy
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