Seite 9 - Immobilienwirtschaft_2014_06

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6.2014
FINANZIERUNGSBEDINGUNGEN HEMMEN WOHNUNGSBAU
Zu diesem Ergebnis kommt die 8. BFW Konjunkturumfrage, die der Branchenverband auf dem von BFW und BVI gemeinsam veranstalteten
Deutschen Immobilienkongress vorstellte.
Ergebnis unter anderem: Die aus den gestiegenen Baugenehmigungen resultierende Angebotsausweitung
reicht noch nicht aus, um die Lage auf den Wohnimmobilienmärkten spürbar zu entschärfen. Vor rund 500 Experten aus Wirtschaft, Politik und Verwal-
tung wurde Andreas Ibel als neuer Präsident des BFW vorgestellt. Er löst Walter Rasch ab, der das Amt viele Jahre innehatte. Der Verwalterverband BVI
stellte unter anderem seine neue Stiftung vor, die Umweltprojekte fördern soll.
Weitere Informationen unter
Frank Peter Unterreiner
Vergesst die Prognosen zur demografischen Entwicklung in Deutschland! 1992
kündigte das Statistische Bundesamt einen Rückgang bis 2030 auf 69,9 Millionen
Menschen an. Inzwischen gehen die Statistiker von etwa 78 bis 80 Millionen Einwoh-
nern bis 2030 aus. 2060 sollen es noch ungefähr 65 bis 70 Millionen Menschen sein;
also ungefähr das, was fälschlicherweise für 2030 prognostiziert wurde.
Aber auch die Prognose für 2060 wird falsch sein. Deutschland wird nicht schrump-
fen – zumindest dann nicht, wenn es seine wirtschaftliche Stärke beibehält. Die
Statistiker haben in der Vergangenheit nicht nur die stetig steigende Lebenserwartung
nicht erkannt, sie haben auch die zunehmende Mobilität der Menschen unterschätzt.
Heute schon ist es ein Bonmot, dass es in München kaum mehr Einheimische gibt,
und eine Tatsache, dass die Schwaben in Berlin nach den Türken die zweitgrößte
„ausländische“ Bevölkerungsgruppe bilden.
Mobilität innerhalb Deutschlands ist weitgehend normal geworden. Morgen wird die
Mobilität in Europa normal sein, übermorgen die weltweite. Eine Generation junger
Menschen verlässt die europäischen Hochschulen, für die ein Auslandssemester in
Singapur, ein Praktikum in New York oder ein Aufbaustudium in Sydney das nor-
malste der Welt ist. Wenn gestern die Ingenieure bei Airbus in Hamburg, Porsche in
Stuttgart oder Siemens in München aus dem Rheinland oder Franken kamen, kom-
men sie heute schon und vor allem morgen aus Spanien und Tschechien, übermor-
gen aus China und Indien. Darauf müssen sich Wirtschaft und Politik und auch die
Immobilienbranche einstellen, aber nicht auf eine schrumpfende Bevölkerung. Eine
Nettozuwanderung von 369 000 Menschen allein 2012 spricht eine deutliche Sprache.
KOLUMNE
Deutschland
schrumpft nicht!
IMMOBILIEN-
FACHWISSEN
IM TEST
Die Immobili-
enwirtschaft ist
ein komplexes
Fachgebiet mit
vielen unter-
schiedlichen Aspekten. Sein Wis-
sen überprüfen lässt sich mit dem
Buch „Immobilien-Fachwissen im
Test“, das jetzt in neuer Auflage
erschienen ist. 500 Fragen zu
16 Themenbereichen können die
Leser in Form von Multiple-Choice-
Aufgaben lösen.
Erwin Sailer,
Grabener Verlag, 4. Auflage 2013,
276 S., ISBN 978-3-925573-583,
25 Euro
BUCHTIPP
Der Zentrale Immobilien
Ausschuss (ZIA) wünscht
sich eine Art „Große
Koalition“ für altersge-
rechtes Wohnen.
Andreas Mattner,
Präsident ZIA, beim
„Tag der Immobilienwirtschaft“ in Berlin