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Titelthema
02 | 2011
Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers sieht IVD-Vizeprä-
sident Jürgen Michael Schick daher weniger im Bereich der
Entlohnung der Immobilienmakler als bei den Zulassungs-
voraussetzungen für den Beruf. Weiterhin kann jeder Makler
werden, der über einen 34C-Gewerbeschein verfügt – egal, ob
er über die dafür erforderlichen Fachkenntnisse verfügt oder
nicht.
Gegenüber der Forderung des Verbands, den Berufszugang
gesetzlich zu regeln, zeigt sich die Politik seit Jahrzehnten taub.
Aufgrund der beharrlichen Weigerung des Bundeswirtschafts-
ministeriums, den Maklerberuf an gewisse Eingangsvorausset-
zungen zu knüpfen, sah sich der Branchenverband zur Selbst-
hilfe gezwungen. Die Mitgliedschaft im IVD gilt inzwischen
als eine Art „Gütesiegel“ für Makler. Nicht ohne Grund: Die
Aufnahme in den Verband ist an Qualifikationsnachweise und
die Verpflichtung der Makler auf das Einhalten der IVD-Bran-
chenstandards geknüpft.
I
|
Gemäß der Morgan Stanley Studie „Internet Trends 2010“ sind So-
cial-Networking-Systeme dabei, das E-Mail-System zu verdrängen,
sowohl in der Dauer der täglichen Verwendung als auch in der Vo-
lumenbetrachtung. Allerdings scheinen sich Kommunikationsvorlie-
ben in Altersgruppen zu unterscheiden.
Während sich die ältere Generation etwa weiterhin via E-Mail austauscht
und informiert, betrachtet die jüngere Generation E-Mail vor allem als
ein Kommunikationsmittel, das man benötigt, wenn man neue Zugänge
bei Facebook, MySpace und Co. beantragen will, oder mit der Generation
40+ kommunizieren möchte. Unter Freunden kommuniziert man elektro-
nisch auf StudiVZ, Facebook oder via ICQ. So ist absehbar, dass E-Mail sich
mittelfristig zu einem Kommunikationskanal entwickelt, der nur noch bei
bestimmten Altersgruppen seine Daseinsberechtigung haben wird (sie-
he Abbildungen unten). Die Masse des Kommunikationsvolumens wird
von der jungen Generation über andere Kommunikationskanäle abge-
wickelt. Für die Immobilienbranche bedeutet dies zum einen, dass neue
Kanäle für die Vermarktung von Objekten entstehen. Zum anderen, dass
das Empfehlungsmarketing an Bedeutung gewinnt. Damit wird nicht zu-
letzt auch guter Service immer wichtiger, denn in sozialen Netzwerken
werden Unternehmen verstärkt von Nutzern bewertet.
Social-Media-Trends und ihre Auswirkungen auf die Immobilienvermarktung
Nutzer (global betrachtet): Zeitraum: 11/06 – 12/09
|
J
Fortsetzung auf Seite 26
„Im Bereich des Wohnungsver-
kaufs ist es seit Jahrzehnten
bewährte Praxis, für die ver-
mittelnde Position von beiden
Seiten je hälftig honoriert zu
werden.“
Sven Keussen, geschäftsführen-
der Gesellschafter der Münch-
ner Rohrer Immobilien GmbH.
Quelle: comScore global, Morgan Stanley Research, Internet Trends April 2010
Verbrachte Zeit (global betrachtet) Zeitraum: 11/06 – 12/09
Globale Nutzer (Millionen)
300
11/06
7/07
11/08
3/08
7/09
E-Mail
Soziales Netzwerken
Minuten im Monat (Milliarden)
0
11/06
7/07
11/08
3/08
7/09
900
800
700
600
500
400
250
200
150
100
50
Soziales Netzwerken
übertifft die Verwendung
von E-Mails = 11/07
Angeboten konnte Rohrer Immobilien in einem strukturierten
Verfahren, bei dem der Verkäufer als Auftraggeber das Honorar
bezahlte, den besten Käufer ermitteln. Die Kürze des Verfah-
rens, aussagekräftige Ausschreibungsunterlagen und präzise
Abwicklung beeindruckten Verkäufer wie Käufer.
Nutzer des Sozialen
Netzwerkens
übertreffen E-Mail-Nutzer
= 7/09
Foto: Rohrer Immobilien