Seite 6 - DIE_WOHNUNGSWIRTSCHAFT_10_2011

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Kolumne Finanzmarktbericht
Wann finanzieren?
Die Zeiten, als Finanzierun-
gen erst dann abgeschlossen
wurden, wenn das Geld ge-
braucht wurde, gehören schon
seit längerem der Vergangen-
heit an. Mittlerweile sind dank
Unternehmensplanung und
Liquiditäts- beziehungsweise
Darlehensmanagement andere
Faktoren für den Zeitpunkt des
Abschlusses von Finanzierun-
gen ausschlaggebend. Darlehen
werden heute in der Regel be-
reits mit entsprechendem Vor-
lauf und dann „festgemacht“,
wenn die Rahmenbedingungen
– zumindest aus Sicht des Woh-
nungsunternehmens – günstig
sind. Ein wesentlicher Faktor
für die Wahl des Zeitpunktes ist
und bleibt die Zinsentwicklung
auf dem Kapitalmarkt, die ein
guter Finanzierer immer im Blick
haben sollte – selbst wenn es
keinen akuten Finanzierungsbe-
darf gibt. Momentan befinden
sich die 10-Jahres-Einstands-
zinsen im Bereich von 2,50 Pro-
zent und damit in der Nähe des
Rekordtiefs von August 2010.
Wegen der getrübten Konjunk-
turaussichten und der weiter
akuten Staatsschuldenkrise ist
zumindest kurz- bis mittelfristig
auch nicht von einem nachhal-
tigen Anstieg des Zinsniveaus
auszugehen. Ebenso wichtig wie
die Kapitalmarktentwicklung
und die Einstandszinsen ist die
Finanzierungsbereitschaft der
Darlehensgeber. Die deutschen
Kreditinstitute zeigen wieder ein
gesteigertes Interesse an den
sicheren Finanzierungen in der
Wohnungswirtschaft. Ging es in
den letzten Jahren noch darum,
möglichst hohe Margen zu ge-
nerieren, gewinnt nunmehr das
Thema Sicherheit immer mehr
an Bedeutung. Auch in letzter
Zeit haben sich weitere Banken,
wie EuroHypo, WestImmo und
HSH Nordbank, aus verschie-
densten Gründen vom (Wohnim-
mobilien-) Finanzierungsmarkt
zurückgezogen. Allerdings ist
aktuell auch ein gegenläufiger
Trend zu beobachten: So besin-
nen sich ehemals sehr präsente
Immobilienfinanzierer, wie bei-
spielsweise die pbb – Deutsche
Pfandbriefbank (vormals HRE),
auf ihre Wurzeln und melden
wieder Interesse an möglichst
großvolumigen Finanzierungen
in der Wohnungswirtschaft an.
Auch die an Lonestar verkauf-
te Düsseldorfer Hypotheken-
bank ist seit kurzem wieder,
wenn auch sehr selektiv, in der
Immobilienfinanzierung tätig.
Versicherer und Pensionskas-
sen treten bereits seit mehreren
Jahren verstärkt als Kreditgeber
für Wohnungsunternehmen auf,
um Kundengelder sicher und
sinnvoll anzulegen. Allerdings
haben diese das Problem, dass
sie die niedrigen Einstandszin-
sen von deutlich unter 3,00 Pro-
zent nicht an die Kunden wei-
tergeben können, da ansonsten
die zugesagte Garantieverzin-
sung für die Lebensversicherun-
gen nicht erwirtschaftet werden
kann. Trotz dieser aktuell über-
wiegend guten Nachrichten ist
davon auszugehen, dass sich
die Kreditmittel perspektivisch
verknappen werden und die
Finanzierungsbereitschaft zu-
rückgehen wird, vor allem dann,
wenn alternative Anlagen (bei-
spielsweise auf Aktienmärkten)
wieder attraktiver werden. Das
Motto „Was du heute kannst
besorgen, verschiebe nicht auf
morgen!“ gilt derzeit zumindest
aus unserer Sicht für Immobi-
lienfinanzierungen. Aktuelle
Zinskonditionen und weitere
Finanznachrichten finden Sie
unter http://www.bbt-group.
de/financial-news.html im In-
ternet.
Sven Rudolph und Uta Brinkmann,
BBT GmbH
sven.rudolph@bbt-group.de
uta.brinkmann@bbt-group.de
Haufe Hammonia
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Logistik
Die Baugenehmigungszah-
len
im Wohnungsbau in Rhein-
land-Pfalz bewegen sich aktu-
ell auf einem Sechsjahreshoch,
nachdem sie sich im Jahr 2009
auf dem niedrigsten Stand seit
1950 befunden hatten. Die
Nachfrage in den Programmen
der sozialen Wohnraumförde-
rung des Landes ist dazu par-
allel gestiegen: Zur Jahresmitte
2011 wurde bereits das End­
ergebnis des Jahres 2010 – 70
Millionen Euro – überschritten.
Zu diesem Ergebnis kommt die
Landestreuhandbank Rhein-
land-Pfalz in ihrer Broschüre
„Wohnungsmarktbeobachtung
Rheinland-Pfalz 2011“. Das
Jahr 2011 hat für die Bauwirt-
schaft in Rheinland-Pfalz gut
begonnen. Im ersten Quartal
2011 ist der baugewerbliche
Umsatz der statistisch erfass-
ten Betriebe des Bauhauptge-
werbes im Vergleich zum ers-
ten Quartal 2010 um knapp
20 Prozent auf 460 Millionen
Euro gestiegen.
Die Broschüre steht zum Down-
load unter www.lth-rlp.de zur
Verfügung.
Landestreuhandbank Rheinland-Pfalz
Programme der sozialen
­Wohnraumförderung gefragt
Bereits zum dritten Mal
lud
der Fachausschuss „Berufliche
Bildung und Personalentwick-
lung“ des Verbandes Säch-
sischer Wohnungsgenossen-
schaften (VSWG) im September
2011 zum Tag der Studenten
und Auszubildenden ins Victor
Aimé-Huber-Haus ein. 21 an-
gehende Immobilienkaufleute
und zukünftige Fachkräfte der
Wohnungsgenossenschaf ten
folgten der Einladung und reis-
ten mit ihren Ausbildern nach
Wernigerode. „Die Tage der
Stuzubis sind für uns wichtig,
um jungen Menschen den ge-
nossenschaftlichen Gedanken
näher zu bringen und sie auf
die Spuren eines der ersten Ver-
treter des genossenschaftlichen
Gedankengutes zu führen“, so
Dr. Axel Viehweger, Vorstand
des VSWG. Victor Aimé-Huber
war einer der geistlichen Weg-
bereiter der Genossenschafts-
bewegung. Neben einer Be-
sichtigung des Huber-Hauses
standen unter anderem Themen
zur genossenschaftlichen Histo-
rie sowie Fortbildungsmöglich-
keiten auf der Tagesordnung.
VSWG
Tage der „Stuzubis“
Die Wohnungswirtschaft
10/2011
Meldungen
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