Seite 3 - CONTROLLER_Magazin_2010_05

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„Warum Absicht unterstellen, wo Unwissenheit
ausreicht?“
Als Controller erstellen wir Abweichungsberichte und zeigen damit man-
chen Fehler auf. Damit gut umzugehen ist schwierig. Allzu leicht begibt
man sich in die Rolle des Besserwissers, scheint Fehler anzuklagen, sucht
nach der Begründung oder sogar nach der Absicht, die nicht da ist.
Als Folge gehen plötzlich alle in Deckung, wenn man als Controller um die
Ecke kommt. Und die Kolleginnen und Kollegen sehen in uns nicht den
Berater, der ihnen hilft, Dinge umzusetzen, sondern den Bremser, der die
Fehler aufdeckt, die nun mal eben passieren. Das ist nicht das Image, das
zu erfüllen wir angetreten sind. Wir Controller wollen den Leuten eine
Stütze sein! Deshalb an der Stelle ein paar Empfehlungen.
Was guten Controller-Service ausmacht:
t
Transparenz erzeugen, ohne anzuklagen.
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Helfen, aus Fehlern zu lernen, ohne diese „breit zu treten“.
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Unaufdringlich aufzeigen, was die Dinge kosten.
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Werkzeuge an die Hand geben, damit jeder selber prüfen kann, ob er
sich im Zielkorridor befindet.
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Aufzeigen, dass Planung, Vorschau und Risikomanagement-Fehler
vermeiden helfen sollen
t
Sich über alle Menschen freuen, die etwas anpacken und vorwärts
bringen!
In diesem Sinne erfolgreiche Controller Arbeit, wünscht Ihnen
Dr. Klaus Eiselmayer
Herausgeber
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
„Controller an die Macht“
, das Motto unseres Auftrittes auf dem Con-
troller Congress 2010 ist kein Revolutionsaufruf, sondern mit einem
Augenzwinkern zu verstehen. Aufrütteln, motivieren und zur Aktivität auf-
fordern darf der Satz allemal. Denn ich kann mich noch gut erinnern, als
ich in der Controller Akademie das erste Mal zu hören bekam:
„Ein guter
Controller sitzt nicht an seinem Schreibtisch, sondern ist unterwegs bei
seinen (internen) Kunden, zur Beratung!“
Vor Ort Dienstleistung erbringen
Dabei geht es genau nicht um Macht, sondern darum, gehört zu werden,
seine Botschaften, Warnungen und Empfehlungen anzubringen; gerufen
zu werden, um vor Ort eine improvisierte Schulung abzuhalten.
Als Con-
troller werden wir daran gemessen werden, welchen Mehrwert wir
bei unseren internen Kunden erzeugen
.
Überzeugungskraft werden wir brauchen, liebenswürdige Penetranz ist
gefragt. Auch Ambiguitätstoleranz (Fähigkeit, längere Zeit mit ungelösten
Problemen leben zu können, ohne dadurch stark demotiviert zu werden)
ist vonnöten, also langer Atem, bis sich Verbesserungen einstellen.
Fehler passieren
Als Controller treten wir an, die Wirtschaftlichkeit einer Organisation zu
verbessern und durch Planung Gefahrenpotenziale zu identifizieren und
besser zu umschiffen. Wir können beinahe immer davon ausgehen, dass
Kolleginnen und Kollegen sich anstrengen und alle Kräfte einsetzen. Da-
rum gehen Leute arbeiten, um etwas Positives zu bewirken und dafür Be-
stätigung und Zuspruch zu erlangen. Dabei passieren Fehler, sie sind Teil
unseres Lebens. Es stimmt zwar:
„Wer nichts macht, macht auch nichts
falsch“
– so geht Entwicklung aber nicht voran!
Editorial
Dr. Klaus Eiselmayer
Chefredakteur Controller Magazin,
Verlag für ControllingWissen AG
Trainer und Par tner der Controller
Akademie AG
CM September / Oktober 2010