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4 Fragen an den
Arbeitskreisleiter
Dieter Wäscher
1. Nachwuchsprobleme…?
… kennen wir nicht! Wir kümmern uns sehr
bewusst und sorgfältig um Nachwuchs. Alle
Mitglieder beteiligen sich aktiv und regelmä-
ßig an den Meetings. Davon profitieren erfah-
rene wie junge Controller gleichermaßen. Sie
können Vorträge halten, zu Diskussionen bei-
tragen oder sich als gastgebendes Unterneh-
men für die Treffen anbieten. Wer häufig bzw.
unentschuldigt fehlt, dem droht der Ausschluss. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb haben
wir viele Teilnehmer, die auch oft und gerne kommen.
2. Die größte Stärke meines AK ist…
… unsere Stärke! Wir sind 67 nominelle Mitglieder, 30 davon bilden den harten Kern. Es ge-
lingt uns gut, Aufgaben zu verteilen und Abwechslung in unsere Treffen bringen.
3. Was uns am meisten beschäftigt, sind…
… Controlling-Audits. Die Reifegradmodelle zeigen alle Arten von Instrumenten auf, die in
komplexen Unternehmen eingesetzt werden können. Mit ihnen kann geprüft werden, ob man
alle Instrumente beherrscht bzw. von ihnen weiß.
4. Arbeitskreisleiter zu sein, finde ich…
… gut, weil ich mit vielen Kollegen Kontakt habe. So bleiben wir im Gespräch und ich kann
meine Erfahrungen weitergeben.
Seit 22 Jahren leitet Dieter Wäscher den Ar
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beitskreis West I, der bereits seit 1977 be-
steht. Seine Zielsetzung lautet, das Controlling
in den Unternehmen der Arbeitskreismitglieder
kontinuierlich voranzutreiben. Relevante Er-
gebnisse werden im Internationalen Controller
Verein verbreitet, neue Entwicklungen im ICV
an die Arbeitskreismitglieder kommuniziert.
Welche Inhalte der AK behandelt, hängt ab von
den Interessen der Mitglieder. Die Themen wer-
den deshalb bei den Treffen erörtert. Der Fokus
wird stets auf das Erarbeiten von Lösungsan-
sätzen und -strukturen gerichtet. „Das ist uns
wichtiger als die Präsentation fertiger Konzep-
te“, betont Dieter Wäscher, Mitglied im Board
der Durable Group, Iserlohn. Den eigenen Wis-
sens- und Erfahrungsschatz seiner beruflichen
Laufbahn bringt der Leiter gerne in die Runde
mit ein. Er war Geschäftsführer und Vorstand
(CFO) mehrerer zum Teil börsennotierter Kapi-
talgesellschaften. Dort hatte er jeweils die Ver-
antwortung für die Geschäftsbereiche Finanzen,
Controlling, Personal und IT inne. Besondere Er-
fahrungen hat er auf den Gebieten Währungs-
und Zins-Management, Prozessmanagement
und Sanierung von Unternehmen. Heute ist
Dieter Wäscher Geschäftsführer der Unterneh-
mensberatung „PKC Consulting-Partner“ und
als Beirat und Beiratsvorsitzender in mehreren
Unternehmen tätig.
Bei der Wahl der Aufgabenstellungen für seinen
Arbeitskreis ist ihm die persönliche und fachliche
Weiterentwicklung der AK-Mitglieder wichtig. Im
Blick hat er dabei zukunftsorientiertes Controlling
und ganzheitliche Unternehmensführung. Aber
auch das methodische Rüstzeug wird vermittelt.
Neben Fachfragen geht es deshalb auch um das
„Wie bringe ich es rüber?“. Zwei Mal im Jahr
treffen sich alle Beteiligten zum aktiven Erfah-
rungsaustausch. Den ganztägigen Meetings geht
ein zwangloser Stammtisch am Vorabend voraus.
An der Seite von Dieter Wäscher steht ein nicht
weniger engagiertes ICV-Mitglied. Seit 1992
im Verein, ist Alexander Großhäuser seit vielen
Jahren stellvertretender Arbeitskreisleiter. Der
52-Jährige hat ein Studium in Aachen und
München absolviert, kaufmännische Füh-
rungspositionen bis hin zum Prokuristen in ver-
schiedenen Unternehmen des Maschinenbaus
und der Ausrüstungsindustrie übernommen
und ist seit neun Jahren in der Position eines
Geschäftsführers. Von Anfang an war Alexan-
der Großhäuser überzeugter Anwender der
Controlling-Tools, denn „die Anwendung findet
interessanterweise auch in vielen anderen Le-
bensbereichen Platz“, so Großhäuser. Seine
Arbeit habe er ohnehin schon immer über die
Philosophie und die Tools des Controllings ge-
steuert.
Besonderes Augenmerk legt der Vater von vier
Kindern aktuell darauf, eine „Messlatte für gutes
Controlling“ zu finden – etwa in Form von Au-
dits. Sein Wunsch wird im AK West I auch bereits
in die Tat umgesetzt (siehe Frage 3 an Dieter
Wäscher). Auch deshalb fühlt sich Alexander
Großhäuser, der seine Freizeit seiner Familie,
Golfen und Caravaning widmet, im ICV gut auf-
Alexander Großhäuser ist seit vielen
Jahren sehr aktiv im ICV engagiert.
gehoben: „Ich bin thematisch dem Verein sehr
verbunden und fühle mich beruflich begleitet
und unterstützt“, lautet sein Fazit. Vor allem von
der Möglichkeit der Kontaktpflege mit anderen
Vereinsmitgliedern profitiere er.
Auf dem Laufenden hält sich Alexander Groß-
häuser mit dem regelmäßigen Besuch von AK-
Sitzungen und der Teilnahme am jährlichen
Controller Congress in München. Der Interna-
tionale Controller Verein ist Alexander Groß-
häuser hör- und spürbar wichtig, das zeigt
auch sein langjähriger Einsatz als Stellvertreter
im Arbeitskreis West I. Dennoch zieht er klar
eine Grenze. Sein Engagement für den ICV
reicht deshalb genau so weit, „wie es mir ohne
Vernachlässigung von Beruf und Familie mög-
lich ist“.
Portrait AK West I:
Entwicklung mit
Kontinuität
CM November / Dezember 2010