TECHN I SCHE WELT
Standardisierungs-
Prozedur
KAUFMÄNN I SCHE WELT
Standardislerungs«
Prozedur
L ICENSE MANAGER COMPARE
Sof tware Inventur-
Datenbank
Lizenz-
Datenbank
Abb. 2: Vergleich der Einkaufsdatenquellen mit den Inventardatenquellen für eine optimale Uzenzsteuerung
aktualisiert werden muss, da ständig neue Lizen–
zinformationen, neue Produkte, Frei- und Vorga–
ben dazukommen. So übersteigen die Kosten für
die Systemunterfialtung oft die Preise für markt–
führende Standardprodukte. Wichtig bei der Aus–
wahl einer Anwendung ist, dass diese sämtliche
Prozesse rund um Lizenzmanagement unter-
s t ü t z t und i dea l erwe i se in einer
Suite integriert. Dass betrifft vor allem das Ver–
trags- und Asset IVIanagement. Vertragsmanage–
ment liefert die Grundlage für einen Abgleich der
Installationsdaten, die von einer Configuration
Management Database bereitgestellt werden.
Denn es bildet die kaufmännische Seite mit den
unterschiedlichsten Verträgen ab (Erfassung der
Lizenzverträge, Abbildung der Lizenzinformati–
onen, Rahmenverträge, Wartungsverträge).
Moderne Lizenzmanagement-Tools sammeln
die vorhandenen Daten aus ERP-Anwendungen,
Anlagenbuchhaltung, Personalverwaltung, Sys–
tem-Management-Tools und verringern damit
die manuelle Datenerfassung. Die Informati–
onen werden in einer frei erwei terbaren
„Whitelisf-Datenbank gepflegt. So wird das
eingesetzte Software-Portfolio in einem Pro–
duktkatalog venwaltet, der alle Änderungen in
der Lizenzlandschaft lückenlos dokumentiert.
Der Softwarekatalog stellt auch die Verbindung
zwischen den technischen Inventory-Daten und
den kaufmännischen Bestandsdaten her Das
funktionale Kernstück bildet die so genannte
Reconciliation-Engine, die dafür sorgt, dass die
richtigen Lizenzmetriken in der notwendigen
Ausprägung zur Berechnung des Lizenzbestan–
des verwendet werden. Mittels frei konfigurier–
barer Abfragen und Reports können Aussagen
zum aktuellen Lizenzierungsstatus gemacht
und im Bedarfsfall notwendige Maßnahmen ab–
geleitet werden.
Die meisten auf dem Markt angebotenen Wert<-
zeuge arbeiten rechnerzentriert. Bei diesem An–
satz werden die Geräte und die Anzahl der Li–
zenzen gezählt und miteinander abgeglichen.
Was aber in der Praxis benötigt wird, ist ein
berechtigungszentrierter Ansatz, der flexibel
Rechner Nutzer Standorte, Upgrades, Down-
grades und gemessene Nutzung berücksichtigt.
Für IT-Dienstleister und outgesourcte IT-Abtei–
lungen ist ferner die Trennung von Lizenz-
Eigentum und Lizenz-Nutzung im Rahmen
eines erweiterten Mandantenkonzeptes wich–
tig. Umfassende Eskalationsroutinen bei Li–
zenzverletzungen flankieren die wichtigsten
Funktionen einer „idealen" Lösung für Soft–
ware Asset Management.
Was tun mit ungenutzten Lizenzen?
Die meisten Unternehmen sind überlizensiert.
Was aber tun mit vorhandener Software, die
den tatsächlichen Bedarf überschreitet? Auch
für diese Lizenzen fallen jährliche Wartungs–
gebühren an und belasten das Budget. Die
Empfehlung von Forrester lautet daher, zu–
nächst offene Wartungsverträge zu kündigen.
In einem nächsten Schritt sollten Firmen ver–
suchen, nicht benötigte Lizenzen weiter–
zuverkaufen. Der Handel mit Gebraucht-
Software war jahrelang Gegenstand eines
Rechtsstreites, bei dem sich die Softwareher–
steller auf das Nutzungsrecht ihrer Lizenzen
bezogen. Inzwischen unterstützen aber meh–
rere Gerichtsurteile in Deutschland die Wei–
tervermarktung von Software. Damit wird sich
der sekundäre Markt wohl rasch etablieren.
Käufer und Verkäufer profitieren von Lizenz–
kosten, die etwa bei der Hälfte der Listen–
preise liegen.
Conclusio
Lizenzmanagement oder Software Asset Ma–
nagement erfordert ein Ineinandergreifen
von Menschen, Prozessen und Technolo–
gien mit dem Idealziel, eine Lizenzbilanz auf
Knopfdruck zu erstellen und damit die Be–
schaffung, Lieferung, Verteilung und Venwal-
tung von Software-Assets kostenoptimiert zu
steuern - eine Aufgabe, die nicht allein die IT
leisten kann, sondern die gesamtunternehme–
risch gemeistert werden muss.
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