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Controller
magazin 4/04 - Albrecht Deyhle / Markus Kottbauer
WISSENSBILANZ
- besonders in Dienstleistungs–
unternehmen
Trainer an der Controller Akademie AG, Gauting/Münctien
von Dr. Al brecht Deyhle und Dr. Mar kus Kot tbauer, Wö r t hsee
Dienstleistungen werden von Menschen
erbracht. Im Gegensatz zu den Maschi–
nen stehen diese nicht in der Bilanz. Im
Zoo kann man die Tiere aktivieren viel–
leicht als Umlaufvermögen, bewertet zu
den Anschaffungs- und Herstellungsko–
sten (Kosten der Aufzucht). Indessen Mit–
arbeiter sind in der Bilanz nicht zu fin–
den. Auch nicht die immater iel len
Vermögenswerte, die dank deren Weiter–
bildung entstehen (vgl. lAS 38) .
Intangible Assets
Das gilt besonders in einer Dienst–
leistungsunternehmung. Was steht hier
in der Bilanz? Nicht das, was
die eigent–
lichen Assets, das Vermögen, aus–
macht .
In einem Beratungsinstitut sind
Assets
die Fähigkeit der Experten,
in
einer Vertragsforschungsfirma desglei–
chen.
Asset in einer WP-Gesellschaft ist
das Können der Wi r tschaf tspr i j fer ,
Steuerberater oder auch der Unterneh–
mensberater.
Oder in einem Training–
institut, wie es die Controller Akademie
AG in Gauting bei München eines ist (aus
dem die beiden Verfasser herstammen),
ist
Vermögen dasjenige, was die Trainer
an betriebswirtschaftlichem Wissen
und Können
einbringen und weiter ent–
wickelt haben sowie
deren pädago–
gische Begabung,
um aus einem (öffent–
lichen) Seminar einen Event werden zu
lassen (Edutainment).
Analogie zur Bilanz
Also ist doch naheliegend, auch diese Art
von Vermögen
irgendwie bilanzmäßig
darzustellen.
Könnte man
Kriterien bil–
den für das, was das Vermögen einer
Dienstleistungsfirma
ist, und diese
ähn–
lich handhaben wie die Konten in der
Bilanz?
Nur,
wie soll man diese Vermögens–
werte addieren?
Man könnte eine
Note
bilden wie im Schulzeugnis.
Da addie
ren wir doch auch Deutsch, Mathematik,
Singen und Turnen usw. Die Fächer wer–
den gewichtet inHaupt- und Nebenfächer.
Dazu kommt in jedem Fach eine
Schul–
note,
die sich nachher
in einer Durch–
schnittsnote
oder auch in einer
Punkte–
summe
ausdrücken lässt.
Solche Themen sind auch dargestellt
unter Humankapital - vgl. dazu Aufsatz
von Prof. Dr Günther und Team, Lehr–
stuhl an der TU Dresden, hier ab Seite
362 im Controller Magazin des [uli 2004 .
Wir haben dabei als Anlagevermögen -
permanent assets - eher das hergenom–
men, was der Struktur des Mitarbeiters
entspricht - wozu jemand persönlich
angelegt ist und was er / sie gelernt hat.
Umlaufvermögen entsteht eher aus dem
Prozess der Zusammenarbeit im Unter–
nehmen.
Das Beispiel der Controller Akademie
Wie in der Bilanz haben wir bei uns dem–
nach Anlage- und Umlaufvermögen aus–
einander gehalten (Workshop-Gespräch
zwi schen Trainer Dipl.-Physiker Dr.
Markus Kottbauer und Dipl.-Kfm. Dr.
Albrecht Deyhle am 7. )anuar 2 0 0 4 in
Gauting):
Anlagevermögen (AV) - erhält in der
Gewichtung von 1 0 0 an Gewicht 7 0
Punkte
1. Betriebswirtschaftliche Kompetenz
inkl. Dokumentation des Wissens
(must) (22 Gewichte aus den 7 0 her–
aus):
a. Kopf: die Trainer haben es „drin";
b. Mappen: die Arbeitsunteriagen
für die Seminarteilnehmer weisen
es nach;
c. Bücher: dokumentieren den Stoff
in Langfassung.
2. Educational Skill als Trainer (must) -
14 Gewichte wieder aus den 70 ;
3. Eventrolle als Veranstalter wahr–
nehmen - Spaßfaktor (must) (14);
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