Seite 69 - 1999-06

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Controller magazin
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IT-Produi<te, die dem iV-Benutzer an sei–
nem IV-Arbeitsplatz auf den dargestell–
ten IT-Basisprodukten (B1 - B4) bei seiner
tägl ichen Arbeit (Produktion) unmittel –
bar zur Verfügung stehen.
Kostenrechnerisch beinhalten diese Pro–
duk t e au c h Le i s t ungen aus HUfs –
kostenstellen der IV. Auf eine Darstellung
der Leistungsverrechnung innerhalb der
IV wi rd hier verzichtet und auf die Litera–
tur verwiesen ' ^
Unter
Suppo r t
werden diejenigen IT-
Produkte ( IV-Leistungen) zusammen –
gefasst, die der IVBetreiber dem IV-Be–
nutzer direkt - d. h. in unmittelbarem
Kontakt - erbringt. Es sind dies z. B.
He l pdesk , Ser v i ce - u n d Reparatur –
leistungen zur Erweiterung der Systeme,
Schulung und Beratung.
Support leistungen werden in der Regel
für sämtliche Software-Systeme wie auch
für die ITBasisprodukte angeboten. Es
ist daher vortei lhaft, die Formul ierung
pauschal für den ganzen I TProdukt –
katalog auszulegen. In Ausnahmefäl len
kann man die Supportleistung mittels
Symbolen (•,
A ,
• usw.) in den jeweili–
gen Produkten markieren und am Ende
des Produktkataloges aufführen. Die Ver–
rechnung von Support-Leistungen kann
verursachungsgerecht bei Inanspruch–
nahme erfolgen. Der Vorteil der Kosten–
proport ional i tät kann jedoch den Nach–
teil bedingen, dass der IV-Benutzer den
Dienst des Supports nicht in Anspruch
nimmt , da er zu teuer erscheint. Dies
führt unter Umständen dazu, dass der IV-
Benutzer versucht, die auftretenden Pro–
bleme selbst zu lösen, was mit hohem
Zei taufwand und großem Fehlerrisiko
verbunden sein kann. Es ist daher abzu–
wägen , ob Support Leistungen immer
verursachungsgerecht oder zumindest
in Teilbereichen über die ITBasisprodukte
verrechnet werden.
Um eine optimale Abst immung der Soft–
ware- und Hardware-Systeme (B1 bis B4)
zu erreichen, werden in Abbi ldung 3 . 1 . 3
schwarze und weiße Balken verwendet .
Der schwarz ausgefüllt Balken gibt an,
welche Software-Systeme standardmä–
ßig auf den IV-Arbeitsplätzen (Bl bis B4)
installiert sind. Der leere Balken zeigt an,
welche Systeme optional installiert wer–
den können. Ist kein Balken vorhanden,
so kann das entsprechende Software-Sy–
stem nicht auf dem IV-Arbeitsplatz in–
stalliert werden.
_
Exemp l a r i s ch w i r d nach f o l gend die
Kostenermittlung für das „Basisprodukt
B2", ein „Portfolio Management System"
und die „Interne Helpdesk" vorgestellt.
3.2 Preisermittlung für das IT-Basis–
produkt „B2"
In der IT-Produktgruppe „HW-Systeme"
wi rd die Berechnung des Preises für ein
ITBasisprodukt „B2" durchgeführt , des–
sen Hardware sich aus folgenden Kom–
ponenten zusammensetzt :
• P11266MHZ
• 64 MB RAM
• 1
T
Bi ldschirm
• Tastatur, Maus
• Anschluss an dezentralen Drucker
• NT 4.0 Betriebssystem
• LAN-Anschluss
• Speicherplatz (nicht lokal)
Für die in Abbi ldung 3. 2. 1 folgende
Kalkulation der Selbstkosten wi rd ange–
nommen, dass 160 ITBasisprodukte der
Kategorie B2 in der LGT eingesetzt wer–
den, was ca. 25 Prozent der 650 IV-Ar-
beitsplätze entspricht. Die Selbstkosten
werden jeweils pro IT-Basisprodukt er–
mittelt.
Wie aus der Kalkulation ersichtlich wi rd,
belaufen sich die jährl ichen Selbstkosten
für ein ITBasisprodukt „B2" auf 2264. - " .
Da bei den I TBas i sprodukten wen i g
Entscheidungsspiel raum herrscht und
jeder IV-Benutzer auf diese ITProdukte
angewiesen ist, macht es aus Sicht des
Unternehmens Sinn, den Preis auf der
Selbstkostenbasis anzusetzen, d. h. auf
einen Gewinnaufschlag zu verzichten.
Absch r e i bung der Hardware
„B2" : Die
technische Nutzungsdauer der ITBasis–
produkte (Bl bis B4) liegt zwischen zwei
und vier lahren. Aus pragmatischer Sicht
wi rd auf drei |ahre linear abgeschrieben.
Absch r e i bung der dezent ralen Druk-
ker:
Da die technische Entwicklung der
eingesetzten Laser-Drucker (nur schwarz–
grau Output )
nicht so
schnell vorwär ts
schreitet wie die HW- und SW-Systeme
für Personal-Computer, kann in diesem
Bereich mit einer durchschni tt l ichen Ein–
satzdauer von fünf lahren gerechnet
werden. Die lineare Abschreibung auf fiinf
lahre entspricht wei tgehend der Realität,
da ein Drucker über die gesamte Nut–
zungsdauer die gleiche Qual ität aufweist
- vorausgesetzt die technische Wartung
wi rd ordnungsgemäß durchgeführt.
Z i nsen :
Als kalkulatorischer Zinssatz
werden 9 % auf das durchschni tt l ich ge–
bundene Eigenkapital verwendet .
Kosten der Eigenleistung:
Unter der
Ei–
genleistung sind diejenigen internen Auf–
wände für den Unterhalt (Reparatur, Rei–
nigung, Bet reuung etc.) der ITBasis –
produkte zu verstehen, welche mit 150
Personentagen (ä 1000,-) budgetiert sind.
Für defekte Hardware wi rd pauschal ein
Betrag in der Höhe von 20.000,- einkal–
kuliert. Diese 170.000,- werden zu glei–
chen Teilen auf alle 650 ITBasisprodukte
(Bl bis B4) belastet, da derzeit nicht kal–
kulierbar ist, an welchem IV-Arbeitsplatz
in welcher Höhe Kosten für Reparaturen
etc. anfallen werden.
Net zwerkkos ten :
Die jährl ichen Kosten
für die Administrat ion und den Betrieb
des Netzwerkes (inkl. Abschreibung und
Reparaturen) belaufen sich auf 260.000,-.
Dieser Betrag wi rd zu gleichen Teilen auf
alle 650 ITBasisprodukte verrechnet. Die–
se Ar t der Verrechnung wi rd deshalb ge–
wähl t , wei l andere Methoden, wie zum
Beispiel die Verrechnung auf der Basis
der jeweils beanspruchten Netz-Bandbrei–
te, an Messinstrumente gebunden sind,
welche im Unternehmen nicht eingesetzt
werden. Auch sind die Kosten für den
Einsatz und die Überwachung solcher
Messgeräte sehr hoch.
Spei cherplat zkosten:
Analog zur Ver–
rechnung der jährl ichen Kosten des Netz–
werkes (gleichmäßige Vertei lung auf
sämtliche ITBasisprodukte) werden auch
bei den Speicherplatzkosten differenzier–
tere Verrechnungsmethoden nicht ange–
wendet (z. B. Kosten pro beanspruchte
Mega-Byte Speichereinheit), da eine ent–
sprechende technische Ausrüstung fehlt.
Wesentlich billiger als die Einführung ei–
ner differenzierten Messmethode sind
zum Beispiel das Umsetzen organisatori –
scher Maßnahmen. So kann der maxi –
male Speicherplatz pro ITBasisprodukt
definiert werden. D. h., dass jeder IV-
Benutzer gleich viel Speicherplatz zur
Verfügung hat, was wiederum eine gleich–
mäßige Vertei lung der Speicherplatz–
kosten rechtfertigt.
Admini st rat ions -Kosten:
Unter Admini –
stration ist die Verwal tung (Erfassen,
Mut ieren, Replizieren, Löschen) von
User-
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