acquisa 9/2016 - page 73

gelöst werden. Dabei geht es nicht zu-
letzt um das verkäuferische Handwerk,
das durch diese Art des Teamwork op-
timiert werden kann. »Unser Ziel ist
nicht die größtmögliche Perfektion. Die
streben wir mit agilen Methoden nicht
an, da es sie in der Realität auch nicht
gibt«, so Maier.
Der von Maier genutzte »Daily Scrum« ist
in Deutschland das bekannteste und am
häufigsten genutzte Element agiler Me-
thodik. Hintergrund der eigentlich auf
15 Minuten begrenzten Treffen ist eine
Transparenz der Tätigkeit des Einzelnen
im Team. Jeder sagt kurz, was er erreicht
hat, wo es Schwierigkeiten gab und
welches das nächste Arbeitsziel ist. Alle
Teammitglieder sind so über den Stand
eines Projektes informiert, Probleme
können schnell gemeinsam angegangen
werden.
Kennzeichnend für Scrum – aber auch
andere agile Ansätze – ist, dass die Ziele
des Teams ständig den sich ändernden
äußeren Anforderungen angepasst wer-
den können. Außerdem werden die an-
gepeilten Ergebnisse in kurze Arbeits-
schritte aufgeteilt, sogenannte Sprints
von maximal vier Wochen Dauer. Am
Ende jedes Sprints sieht das Team, was
erreicht wurde und was nicht, und kann
darauf entsprechend reagieren.
Kontinuierliche Weiterentwicklung
Wichtig ist, dass im Team weitgehend
gleichberechtigt entschieden wird, dabei
aber ein enger Kontakt zumAuftraggeber
eines Projektes gehalten wird. Das kann
ein externer Kunde sein, aber auch ein
Mitarbeiter des eigenen Unternehmens.
Bei Scrum werden deshalb festgelegte
Rollen verteilt, da gibt es den Scrum Ow-
ner, der die Anforderungen an das Pro-
jekt festlegt, ein Scrum Master ist (ohne
Teamchef zu sein) für den Fortschritt des
Projekts zuständig und coacht auch die
Teammitglieder, die für die eigentliche
Entwicklung verantwortlich sind.
Ein entscheidender Punkt agiler Me-
thodik besagt, dass Zwischenergebnisse
möglichst schnell getestet beziehungs-
weise mit demAuftraggeber besprochen
werden. »Fail early, fail often, fail cheap«
lautet das Motto. Damit wird vermie-
den, dass sich Fehlentwicklungen erst
am Ende eines langen Projektes zeigen
und dann nicht mehr korrigierbar und
dadurch sehr teuer werden.
Für den BWL- und Wirtschaftsinfor-
matik-Professor Ayelt Komus von der
Hochschule Koblenz – ein ausgebil-
deter Scrum Master – unterschei-
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