Seite 7 - GdW_Rückblick_2013

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Altersgerechtes Wohnen
Alle fünf im Bundestag in der vergan-
genen Legislaturperiode vertretenen
Parteien haben sich – einer Forderung
des GdW entsprechend – im Wahl-
kampf dafür ausgesprochen, dass der
zunehmenden Nachfrage nach alters-
gerechten Wohnungen dringend
durch den Abbau von Barrieren be-
gegnet werden muss. Denn im Zuge
des demografischen Wandels wird bis
2030 die Zahl der über 80-Jährigen
um rund 60 Prozent zunehmen. Be-
reits bis zum Jahr 2020 brauchen wir
Studien zufolge etwa drei Millionen
altersgerechte Wohnungen. Absolut
unverständlich ist daher, dass im
neuen Bundeshaushalt beim so wichti-
gen altersgerechten Umbau erneut
eine Null steht. Damit wird die Zukunft
unserer älter werdenden Gesellschaft
im zentralen Lebensbereich des Woh-
nens leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Die
Große Koalition bricht hier ein Ver-
sprechen aus dem Koalitionsvertrag.
Darin ist schwarz auf weiß die Forde-
rung des GdW enthalten, dass zur För-
derung des generationengerechten
Umbaus ein neues Programm "Alters-
gerecht Umbauen" aufgelegt, mit In-
vestitionszuschüssen ausgestattet und
damit das bestehende KfW-Darlehens-
programm ergänzt werde. Hier muss
die Bundesregierung unbedingt nach-
bessern und die angekündigten Maß-
nahmen auch wirklich umsetzen.
Baukostensenkungskommission
Auch die langjährige Forderung der
GdW-Wohnungswirtschaft, eine Bau-
kostensenkungskommission einzuset-
zen, hatte Erfolg und fand Eingang in
den Koalitionsvertrag. Der Grund:
Hohe Baukosten sind eine massive
Bremse für den dringend benötigten
Wohnungsneubau in den Ballungsge-
bieten. Von 2000 bis 2012 sind die
Baukosten insgesamt um 28,6 Prozent
gestiegen. Der Preisdruck geht dabei
eindeutig von den Materialkosten aus,
die sich stärker verteuert haben als die
Arbeitskosten am Bau. Besonders stark
stiegen auch die Preise für die Materia-
lien zur energetischen Sanierung von
Wohngebäuden. Daher begrüßt die
Wohnungswirtschaft die geplante Ein-
richtung einer Baukostensenkungs-
kommission, die sich endlich intensiv
mit diesem Thema auseinandersetzt.
Vergünstigtes Bauland
Positiv zu werten ist auch die geplante
verbilligte Abgabe von Grundstücken
durch die Kommunen, indem Konver-
sionsliegenschaften auf der Grundlage
eines Haushaltsvermerks – bei einem
Gesamtvolumen von 100 Millionen
Euro für die nächsten vier Jahre – als
günstiges Bauland eingesetzt werden
sollen. Das ist aus Sicht des GdW ein
wichtiger Baustein, um angesichts
hoher Baukosten gerade in den Bal-
lungsräumen dringend benötigten
bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Keine Vermögensteuer
Uneinig waren sich die Parteienlager
zunächst beim Thema Vermögen-
steuer. Während die SPD sich für eine
Wiedereinführung einsetzte, plante
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sogar eine
Vermögensabgabe, nach deren Aus-
laufen eine Vermögensteuer folgen
sollte. Die Pläne hätten eine extreme
Belastung für die Wohnungswirtschaft
und eine weitere Einschränkung des
notwendigen Wohnungsneubaus in
Ballungsräumen bedeutet. Wie der
GdW lehnten CDU/CSU und FDP eine
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Drohender Verfall funktionierender Wohnquartiere – dieses Bild kann
durch die erfolgreiche Forderung des GdW nach einer Aufstockung der
Städtebauförderung auf 700 Mio. Euro und der Mittelzuweisung für das
Programm Soziale Stadt auf 150 Mio. Euro verhindert werden.